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Neben diversen Faktoren bestimmt die Schärfe des Hobeleisens maßgeblich die Qualität einer gut gehobelten Oberfläche! Das im letzten Jahr im Rahmen der Hobelmeisterschaft erstmalig angebotene Schärfsymposium fand große Resonanz, obwohl den Teilnehmern vieles hierzu nicht unbekannt war. Wenn auch alle Teilnehmer untereinander um den dünnsten Span konkurrierten, gab es beim Schärfen dennoch einen regen Wissensaustausch. Es herrschte also echter „Sportsgeist“. Als einen der Höhepunkte kann man durchaus Friedrich Kollenrott in seiner Funktion als „praktisch orientierten Dozenten“ bezeichnen, der sich mit der Thematik des Schärfens von Hobeleisen schon recht lange beschäftigt. Sein Wissen stand im Mittelpunkt des Schärfsymposiums und wir freuen uns, dass er seine Eindrücke dazu nachfolgend selber beschreibt.
Das Schärfsymposium bei der Hobelmeisterschaft- aus meiner Sicht Im Rahmen der Hobelmeisterschaft am 3./4. Oktober 2009 in Bernried sollte auch ein „Schärfsymposium“ stattfinden. Wikipedia übersetzt Symposium mit „gemeinsames, geselliges Trinken“. Es wurde aber bestimmt von allen Beteiligten als Erfahrungsautausch und Informationsveranstaltung verstanden. Ich selbst –auch Teilnehmer am Hobelwettbewerb- sollte und wollte da tätig werden. Ich habe also meine transportable Schärfausrüstung eingepackt und mitgenommen, samt zusätzlicher Steine (von Dieter Schmid gestiftet) als Reserve für alle Fälle. Es hätte ja mal einer runterfallen können….. aber es fiel keiner.
 Im Stadl, wo der Hobelwettbewerb stattfand, hatte Harald Welzel ein Schärfzentrum für die Teilnehmer aufgebaut. Ein großer Tisch mit einem Wasserbecken in der Mitte und allseitigem Gefälle der Tischplatte dahin. Toll! Mit Steinen in allen nur denkbaren Körnungen (hier hatten sowohl Dieter Schmid als auch Magma in sehr großzügigem Umfang Steine zur Verfügung gestellt. Dafür an dieser Stelle auch von mir ein Dankeschön!), Diamantplatten und der Möglichkeit, die Steine (z.B. mit Schleifpapier auf einer Glasplatte) abzurichten. Das konnte von den Teilnehmern benutzt werden und sie machten eifrig Gebrauch davon.
Natürlich verbot es die sportliche Fairness, die Schärfbemühungen der Konkurrenz allzu genau zu examinieren… Es fiel auf, dass Peter Winklhofer (am Ende Zweiter) sein Eisen mit einer motorisierten Polierscheibe und einem grünen Poliermittel behandelte. Alle Anderen schärften von Hand wenn ich das richtig gesehen habe. Generell gilt es in der Japanfraktion als richtig, die Eisen beim Schärfen mit einer Abfolge von Steinen (Schruppstein bis Abziehstein) zu bearbeiten, und die Fase vollflächig abzuziehen. Der Schärfer profitiert dabei von der extrem breiten Fase der dicken und kurzen Eisen, die kann man einfach auf den Stein drücken und sie führen sich sozusagen selbst.
Ich verweise mal auf die Bilder zum Schärfsymposium
http://www.hobelmeisterschaft.de/index.php/bildergalerie2009
 Da sieht man sehr schön wie es da zuging. Es war richtig was los. Und das Schärfen wurde richtig ernst genommen. Da war meine zehnfache Lupe eine ganz bescheidene Ausrüstung. Ich habe mehrere Mikroskope gesehen, mit denen die Schneiden kontrolliert wurden…
 Meinen eigenen kleinen Schärftisch habe ich neben das Welzelsche Schärfzentrum gestellt. Ich schärfe ja anders: Mit nur einem Schleifstein und einem Abziehstein, und ich muss die dünneren Eisen meiner Eisenhobel in einem Winkel führen. Das mache ich freihändig unter Zuhilfenahme von kleinen Winkellehren und langen Haltern. Ich darf an dieser Stelle auf meine Schärfanleitung verweisen:
http://www.woodworking.de/schaerfprojekt/schaerf2.html
So wie dort beschrieben mache ich es und so habe ich es beim Schärfsymposium auch gezeigt. Es waren zwischendurch Zeiten für das Schärfsymposium freigehalten. Da habe ich dann gemacht, was die Anderen sehen wollten oder brauchten: Ich habe geschärft (meine Eisen für den Wettbewerb und auch die anderer Teilnehmer; ich muss aber betonen: die Sieger kamen gut ohne meine Hilfe aus!). Ich habe Eisen anderer Teilnehmer, die nicht in guten Zustand waren, hergerichtet, und ich habe gezeigt wie ich die Steine kontinuierlich auf meinen Klinkern abrichte. Und ich konnte demonstrieren, wie ich meine Klinker in wenigen Minuten auf optimale Planheit nacharbeite. Den guten Stücken hatte die nicht ganz fachgerechte Benutzung durch andere Teilnehmer nicht gut getan… Kein Problem.
 Ich habe es im Vergleich als wohltuend empfunden, mit nur zwei Steinen beim Schärfen auszukommen: einem 1000er Shapton zum Schleifen und einem 8000er Naniwa zum Abziehen. In Bernried habe ich zur Feier des Tages auch den 10000er Naniwa- Abziehstein benutzt. Nötig ist der außerhalb von Hobelmeisterschaften bestimmt nicht. Den Schruppstein (120er Shapton) und einen agressiveren Abziehstein (6000er Cerax) brauche ich nur zum Herrichten von Eisen, nicht zum turnusmäßigen Schärfen. Wenig Steine, das spart nicht nur Investition. Das braucht auch weniger Platz. Ich mache alles einschließlich Abrichtvorgängen auf meinem sehr kleinen Tisch.
Schön fand ich, dass sich im Vergleich bestätigte, wie material- und kostensparend meine Schärfmethode ist. Sehr wenig Abtrag am Eisen, sehr wenig Steinverschleiss, keine Kosten für Abrichtmittel oder Diamantplatten Meine Restbestände an 80er Korund zum Klinkerabrichten habe ich verschenken können, das war auch gut.
Es hat Spaß gemacht. Ich habe viel gelernt. Und ich hoffe, dass Andere von mir gelernt haben.
Friedrich Kollenrott
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